technik ganz einfach
Elektrischer Ersthelfer
Einsteigen. Anschnallen. Schlüssel umdrehen. Und dann? Damit der Motor beim Starten in Schwung kommt, benötigt er ein wenig Unterstützung. Die bekommt er vom Starter.
Zu Stummfilmzeiten sahen Verfolgungsjagden noch anders aus. Bevor der Schurke – den Atem des Gendarmen schon im Nacken spürend – mit dem Auto davonbrausen konnte, hieß es erst kurbeln. Dass es Filmganoven heute ungleich einfacher haben, dafür sorgt der sogenannte Starter, früher auch Anlasser genannt.
Bevor es ans Eingemachte geht, zunächst eine kurze Erklärung, wie ein Motor überhaupt funktioniert: Er besteht aus mehreren Zylindern, in denen sich Kolben auf- und abbewegen. Beim Aufbewegen drücken sie ein Gemisch aus Benzin und Luft zusammen, das dann explodiert. Durch die Explosion werden die Kolben wieder nach unten gedrückt. Die Kraft der Explosion wird in eine Drehbewegung übersetzt und treibt letztendlich die Räder des Autos an – und gleichzeitig ein Schwungrad, das alle Kolben in den Zylindern hoch- und runterschnellen lässt. Der Motor läuft also von selbst.
Aber wie kommt der Motor in Schwung? Zu Zeiten von Bonny und Clyde war dazu noch ordentlich Muskelkraft nötig – und eine unhandliche Kurbel, mit der man das Schwungrad „ankurbelte“. Heute hilft der Starter dem Motor auf die Sprünge. Das faustgroße Bauteil besteht aus einem Elektromotor und einem ausgeklügelten Magnetschalter und ist mit der Autobatterie sowie dem Zündschloss verbunden. Dreht der Fahrer den Schlüssel im Zündschloss bis zum Anschlag, wird der Magnetschalter aktiviert, der ein kleines Zahnrad nach vorn schiebt. Dieses Zahnrad verbindet den Elektromotor des Starters mit dem Schwungrad des Motors. Auf diese Weise bekommt auch der Elektromotor Strom und beginntsich zu drehen. Die Bewegung des Elektromotors wird über das kleine Zahnrad auf das Schwungrad übertragen, und die Kolben in den Zylindern setzen sich in Bewegung. Meistens dauert es dann nur Bruchteile von Sekunden, bis der Motor von selbst läuft – und der Starter hat seine Schuldigkeit bis zum nächsten Motorstart getan.
Elektrische Anlasser gibt es schon seit den 1920er Jahren. Lange Zeit waren sie allerdings so unzuverlässig, dass die Hersteller eine zusätzliche Andrehkurbel mitlieferten. Auch heute könnten Motoren noch per Hand angekurbelt werden. Sie sind allerdings so fein justiert, dass sie damit nicht besonders gut klarkommen würden. Kurbeln sieht man deshalb heute eigentlich nur noch auf Oldtimer-Treffen – und natürlich in den alten Schwarzweißfilmen, in denen Bösewichte noch schlechtere Karten hatten als heute.


